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Ratgeber Darmkrebszentrum

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Darmkrebs Zentrum
Diagnose von Darmkrebs

Die Diagnose beim Verdacht auf Darmkrebs umfasst zunächst die Untersuchung und Anamnese (Befragung) beim Hausarzt. Tastuntersuchungen im Bauchraum und im Enddarm sind erforderlich. Im Labor werden Urinproben und Blutproben untersucht. Es muss nämlich gefragt werden, ob z. B. die Eiweiße im Blut verändert sind, ob bestimmte Enzyme erhöht sind oder ob eine Blutarmut vorliegt.

Ist der Tumormarker CEA erhöht, könnte dies ein Hinweis auf Darmkrebs sein. Ein Stuhltest zeigt, ob Blut im Stuhl ist. Für eine Darmspiegelung (Koloskopie) muss der Darm vollständig entleert sein. Auch die Computertomografie, die Ultraschalluntersuchung (Sonografie), die Magnetresonanztomografie und andere Verfahren können zum Einsatz kommen.

Diagnose von Darmkrebs

Bei der Diagnose von Darmkrebs kommen in einem Darmkrebszentrum verschiedene Verfahren zum Einsatz.

Anamnese und Tastuntersuchung zur Diagnose von Darmkrebs

Der Arzt wird zur Diagnose Darmkrebs eine Tastuntersuchung vornehmen. Manche Tumoren sind im Bauchraum ertastbar. Der Enddarm wird zur Diagnose ebenfalls mit dem Finger untersucht. Auch sollte eine Anamnese erfolgen (Befragung des Patienten).

Laboruntersuchungen zur Diagnose von Darmkrebs

Blut- und Urinproben werden bei Verdacht auf Darmkrebs untersucht. Die Blutproben geben Hinweise, wie der Allgemeinzustand und die Organfunktionen des Patienten aussehen. Überprüft wird eine etwaige Blutarmut, ebenso Veränderungen bei den Eiweißen, eine Erhöhung relevanter Enzyme oder eine erhöhte Senkung der Blutkörperchen. Diese könnten Hinweise für die Diagnose von Darmkrebs sein. Der Tumormarker für Darmkrebs ist das CEA (Carcinoembryonales Antigen). Wenn es erhöht ist, kann dies ein Hinweis auf Darmkrebs sein. Eine Stuhlprobe ermöglicht die Diagnose, ob Blut im Stuhl ist (Hämoccult-Test, auch Okkultbluttest genannt).

Darmspiegelung (Koloskopie) bei der Diagnose von Darmkrebs

Für eine Darmspiegelung bei Verdacht auf Darmkrebs muss der Darm vollständig entleert sein. Ein Schlauch mit Kamera wird über den After in den Darm eingeführt. Der ganze Dickdarm wird so untersucht. Finden die Ärzte verdächtige Veränderungen, werden Proben des Gewebes entnommen (Biopsie). Diese werden dann im Labor auf Darmkrebs untersucht. Polypen können oft schon während dieser Diagnostik entfernt werden. Auch sie werden labortechnisch überprüft. Wenn z. B. der Tumor oder andere Verwachsungen den Darm so weit verschließen, dass die Koloskopie des dahinter liegenden Darmteils nicht möglich ist, kann ein Kontrasteinlauf vorgenommen werden. Bei ebenfalls leerem Darm wird ein Kontrastmittel über den After eingeführt. Dann wird der Darm geröntgt. Alternativ ist auch eine sogenannte virtuelle Koloskopie möglich. Hierfür wird auf die Computertomografie zurückgegriffen.

Weitere Verfahren zur Diagnose bei Darmkrebs

Als weitere Verfahren der Diagnose kommen infrage:

  • Ein Ultraschall der Darmwand und des Bauchraumes wird vorgenommen, um Metastasen auszuschließen.
  • Die hochauflösende Computertomografie (CT) ist eine spezielle Röntgenuntersuchung mithilfe von Kontrastmitteln. Man kann so die Größe und Position des Tumors identifizieren und auch etwaige Metastasen finden.
  • Manchmal wird eine Magnetresonanztomografie (MRT) vom Becken- und Bauchraum vorgenommen. Die Magnetresonanztomografie arbeitet mit Magnetfeldwirkungen und ist mitunter bei Kontrastmittelunverträglichkeit eine Alternative zur Computertomografie.
  • Eventuell – je nach Wachstum und Übergreifen des Tumors bei Darmkrebs – kann eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) nötig sein.
  • Eine Skelettszintigrafie kann Knochenmetastasen anzeigen.
  • Ein Röntgen des Brustkorbes (Thorax) ist dienlich, um Lungenmetastasen bei Darmkrebs auszuschließen.
  • Bei der Kapselendoskopie wird eine tablettengroße Kapsel verschluckt, die eine Kamera enthält. So können Aufnahmen aus dem Darminneren entstehen. Der Patient braucht hierfür eine Betäubung.

Fedor Singer

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Die Deutsche Krebsgesellschaft hat die Institution OnkoZert ins Leben gerufen. Diese vergibt Zertifikate u. a. für Darmkrebszentren. Sie überprüft, ob ein Darmkrebszentrum bestimmte Qualitätsmaßstäbe und Ansprüche erfüllt. Im Falle eines positiven Ergebnisses erfolgt dann eine Zertifizierung. Einmal im Jahr wird überprüft, ob die Qualität noch den Anforderungen entspricht.

Die Darmspiegelungen müssen hohe Standards erfüllen. Die Operationen müssen möglichst sicher und effektiv sein. Ein zertifiziertes Darmkrebszentrum verfügt über psychoonkologische Fachkräfte, Kontakte zu Selbsthilfegruppen und Sozialdiensten. Es muss u. a. eine Stomaberatung und eine Ernährungsberatung angeboten werden.

Darmkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung im Darm. Meist findet sich die Erkrankung im Dickdarm (Kolon), Mastdarm (Enddarm, Rektum) oder im Darmausgang (Anus). Man unterscheidet die Fachbegriffe Kolonkarzinom (Dickdarmkrebs) und Rektumkarzinom (Mast- bzw. Enddarmkrebs). Das Rektumkarzinom ist die häufigste Form von Darmkrebs. Der Terminus kolorektales Karzinom fasst beide Typen von Darmkrebs zusammen. Darmkrebs kann in einem frühen Stadium festgestellt werden und ist dann gut heilbar. Zu den Symptomen zählen Schmerzen u. a. im Bauch, Darmbeschwerden, Müdigkeit und Mattigkeit. Aber auch Fieber, Nachtschweiß oder Gewichtsabnahme können sich zeigen. Sichtbares oder unsichtbares (okkultes) Blut im Stuhl kann ein Warnsignal für Darmkrebs sein.

Bei Darmkrebs handelt es sich um die Entstehung eines bösartigen Tumors aus Krebszellen im Darm. Diese Krebszellen haben eine veränderte Erbmasse. Sie wuchern und greifen auf andere Organe über. Außerdem können sie streuen. Die meisten Erkrankungen mit Darmkrebs gehen auf zunächst gutartige Polypen zurück. Deren Mutation dauert etwa 10 Jahre.

Das Risiko von Darmkrebs steigt mit zunehmendem Alter, durch Rauchen und Alkoholgenuss. Der übermäßige Verzehr von Fleisch und Fleischwaren kann ebenfalls die Entstehung von Darmkrebs fördern. Wenn Menschen direkte Verwandte mit Darmkrebs oder Polypen haben, liegt ein erhöhtes Risiko für diese Erkrankung vor. Bewegungsmangel, Übergewicht und bestimmte Umwelteinflüsse können sich ebenfalls negativ auswirken.